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Angefangen hat unsere gemeinsame Tierhaltung im Februar 1997 als wir unsere Korthals Griffon Hündin Valli bekamen. Sie war damals 10 Wochen alt und machte uns vom ersten Tag an nur Freude. Im Jahr 2000 schenkte sie uns unseren A-Wurf mit 10 Welpen. Das war eine wundervolle Erfahrung und die 10 Wochen bis die Kleinen abgegeben wurden waren einfach nur schön. Leider hat es später mit einem zweiten Wurf nicht mehr geklappt. Im Sommer 2008 ist unsere geliebte Valli an einem Krebsleiden gestorben. Das war das erste und einzige Mal, dass sie uns traurig gemacht hat. Am 19. Dezember 2009 zieht die kleine Dora, eine Nichte von Valli, bei uns ein und wir hoffen, dass sie uns auch einmal einen Wurf Griffonwelpen schenken wird.

Unsere landwirtschaftliche Arbeit hat im Mai 2002 angefangen, als wir eine Herde von Ziegen kauften. Die Cröllwitzer Puten und die ersten Hühner kamen 2003 dazu und die Lachshühner im Jahr 2004. Wir merkten schnell, dass uns nicht nur die Haltung der Tiere begeisterte, sondern auch alle Arbeiten, die damit zusammenhängen, wie zum Beispiel das Heu machen oder der Anbau von Futterrüben, aber auch die Milch- und Fleischverarbeitung.

Wundervolle Erlebnisse und echte Herausforderungen zugleich waren die ersten Ziegengeburten und die Aufzucht der ersten Puten- und Hühnerküken. Wir haben uns über Literatur, Internet und Kursbesuche in die verschiedenen Bereiche eingearbeitet und natürlich unsere eigenen Erfahrungen gemacht. Vor allem die Kurse zur Ziegen- und Geflügelhaltung der Heimvolkshochschule Lauda haben dazu beigetragen, dass unsere Tiere nicht den Preis für unsere Unerfahrenheit zahlen mussten. Wir haben anfangs lieber etwas mehr in die Gesundheitsvorsorge für unsere Tiere und in gutes Futter und optimale Haltungsbedingungen investiert. Die Tiere haben es uns mit Gesundheit, Fruchtbarkeit und mit viel Zutrauen gedankt. Glück gehört natürlich auch dazu und so können wir nun auf einige Jahre erfolgreiche Tierhaltung mit vielen gesunden Zicklein und Küken zurückblicken.

Im Jahr 2006 kamen die Dexter Rinder und die Jersey Giants zu uns, im Jahr 2007 die Bienen und unsere Katze Luna und im Jahr 2008 Lunas Kinder Momo und Gimli und an Weihnachten 2008 durfte Frido aus dem Tierheim zu uns als Wachhund kommen.

In den ersten beiden Jahren mussten wir noch Heu zukaufen, seitdem gewinnen wir unser gesamtes Futterheu selbst. Da unsere Wiesen Streuobstwiesen mit Apfel-, Birn- und Kirschbäumen sind, widmen wir uns natürlich auch dem Streuobst. Wir erzeugen Saft, Most und Apfelessig und haben ein eigenes Brennrecht. Den Obsttrester füttern wir im Winter den Ziegen. Die Bienen bereichern uns durch ihre Bestäubungsarbeit und durch den Honig.

Unser Ideal ist es, einen möglichst vielseitigen und unabhängigen Hoforganismus zu schaffen, der von den Jahreszeiten und von den Fruchtbarkeitszyklen der Tiere und der Pflanzen bestimmt wird und in dem wir ein Teil des Ganzen sind. Diesem Ziel sind wir eigentlich schon recht nah, und wäre da nicht die lästige Notwendigkeit des Geldverdienens, dann wäre es auch nicht so anstrengend, denn wir erledigen den größten Teil unserer landwirtschaftlichen Arbeit abends und am Wochenende. Trotzdem entschädigen uns die Tiere und die wunderbare Natur um uns herum für unsere Mühen und die wertvollen Produkte, die wir erhalten, sind es allemal wert.

Wir produzieren keine Lebensmittel nur für den Verkauf, sondern verkaufen, was an Erzeugnissen über unseren Bedarf hinaus anfällt. Das stellt allerdings hohe Ansprüche an unsere Kunden, da es bedeutet, dass nicht immer alles in den gewünschten Mengen verfügbar ist. Außerdem brauchen wir Kunden, die auch ihr eigenes Konsumverhalten kritisch überdenken. Es muß ihnen klar werden, dass es keine Milchproduktion geben kann, ohne dass nicht auch Fleisch anfällt, das dann auch verbraucht werden muß. Der Eierkunde darf ruhig auch mal ein Suppenhuhn oder Brathähnchen kaufen, da diese „Nebenprodukte“ eben bei der Eierproduktion anfallen. Dem naturverbundenen Menschen, der sich an den blühenden Streuobstwiesen erfreut, sollte klar sein, dass die Arbeit, die damit zusammenhängt nur getan wird, wenn es auch Absatz für den (naturtrüben) Saft gibt. Und nur, wer Saft und vor allem auch Honig aus der entsprechenden Region kauft, trägt zum Erhalt der Streuobst- und Blumenwiesen bei. Das Bewusstsein für solche Zusammenhänge wollen wir mit unserer Arbeit bei den Menschen in unserem Umfeld schärfen. Unsere Kunden haben dafür die Gelegenheit zu erleben, wie die einzelnen Produkte in ihrer Vielfalt entstehen und wie alles zusammengehört und ineinander greift. Sie können sich davon überzeugen, Produkte von Tieren zu erhalten, die als Haustiere artgerecht und mit engem Kontakt zum Menschen leben.  Seit Anfang 2007 arbeiten wir nach den Richtlinien des Naturland-Verbandes, wobei wir aber von Anfang an nur biologisch gearbeitet haben. Leider mußten wir aufgrund von akuter Arbeitsüberlastung die Rinderhaltung und auch die Putenzucht sowie die Zucht der Jersey Giants im Jahr 2009 beenden. Vielleicht können wir diese wunderbaren Tiere wieder halten, wenn sich unsere Arbeitssituation einmal ändert. Da wir jedoch nicht wollen, dass unsere Tiere aufgrund von Zeitnot nicht so versorgt werden, wie es nach unserer Meinung sein muß, mußten wir die Zahl der Tierarten einfach verringern. Das kommt den verbliebenen Tieren und auch uns zugute.

Da wir Tiere halten wollten, die nicht durch Zucht als Hochleistungstiere für ein einzelnes Produkt getrimmt wurden, kamen wir ganz automatisch auf alte Mehrnutzungsrassen. Das Lachshuhn und auch die Schwarzwaldziegen sind in ihrem Bestand gefährdet. Wir tragen durch die Haltung und Nutzung der alten Rassen auch zum Weiterbestand dieser Tierarten bei, die für die industrielle landwirtschaftliche Produktion total uninteressant sind. Für den bäuerlichen Hoforganismus aber sind sie durch ihre Vielseitigkeit und Robustheit geradezu ideal. Mit Genuss erhalten, ist die Devise der Nutztierarchen.