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Als ich vor vielen Jahren einen Namen für unsere Wollwerkstatt suchte, habe ich einfach das W durch die Anfangsbuchstaben unseres Namens ersetzt und schon war die Trollwerkstatt geboren. Zu den Trollen fühle ich mich schon immer hingezogen. Sie sind Individualisten, meistens freundlich und gutmütig, aber auch mal zu Schabernack aufgelegt und dürfen auch nicht unterschätzt werden, da sie ihre Sache mit Nachdruck vertreten können. Aus verschiedenen Gründen ist dann die Wollverarbeitung etwas in den Hintergrund gerückt (aber nie ganz zum Erliegen gekommen), der Name für unsere Homepage ist aber trotzdem geblieben. Jetzt, wo unsere ersten eigenen Wolllieferanten, die Angoraziegen, bei uns eingezogen sind, passen auch die Rahmenbedingungen für unsere Wollwerkstatt wieder.

Wolle verarbeite ich schon mehr als 40 Jahre. Als Kind habe ich leidenschaftlich gehäkelt, als Jugendliche dann gestrickt, bis die Finger wund waren. Als ich bei einem Freund das alte Spinnrad seiner Mutter gesehen habe, war es um mich geschehen. Mit 15 lernte ich das Spinnen und kam dann auch bald schon zum Weben. Mit 18 Jahren habe ich meine Ausbildung zur Handweberin begonnen und im Jahr 1985 habe ich die Meisterprüfung im Weberhandwerk abgelegt. Als Weberin habe ich in einem Heim für behinderte Kinder gearbeitet und an einer Waldorfschule unterrichtet. Einige Jahre habe ich auch selbständig gearbeitet. Dem Textilbereich bin ich in meinem Arbeitsleben meistens treu geblieben, auch wenn ich nicht als Weberin gearbeitet habe. Die Arbeit mit Wolle hat mich immer begleitet und das Spinnrad und der Webstuhl waren immer griffbereit und konnten benutzt werden. Stricken gehört noch immer zu meinen Abendbeschäftigungen.

Auch wenn es durch den derzeitigen Handarbeitsboom unheimlich schöne Garne und Fasern gibt, war die Situation für mich als Tierfreundin doch immer unbefriedigend, da die tollen Fasern oft durch regelrechte Tierquälerei produziert werden. In Australien sollen z.B. den Schafen ganze Hautstücke bei vollem Bewußtsein abgeschnitten werden. Siehe dazu hier: http://www.tierschutzbund.de/schafe-mulesing.html . In China wird das sogenannte Hungercashmere, eine besonders feine Kashmirfaser, dadurch gewonnen, dass die Tiere nicht ausreichend ernährt werden und starker Kälte ausgesetzt werden. Das sind  nur zwei Beispiele für die unsagbar grausamen Methoden, die Menschen anwenden, um die Tiere auszubeuten. Solche Fasern möchte ich aber nicht für meine "zweite Haut", die Kleidung benutzen. Da ich davon überzeugt bin, dass sich sowohl körperliche Gesundheit, aber auch das seelische Befinden auf die Haare auswirken und dort zu sehen und zu spüren sind, wünsche ich mir Kleidung, die aus Fasern von gesunden Pflanzen und glücklichen Tieren sind.

Die Wolle unserer einheimischen Schafe gilt ja inzwischen oft als Abfall und so wird auch bei der Zucht wenig Wert auf die Wollqualität gelegt. Die alten Rassen, die immer mehr von engagierten Tierfreunden gehalten werden, haben oft eine eher grobe Wolle, die für rustikale Textilien gut geeignet ist. Aber für feinere Sachen, die man z.B. auch direkt auf der Haut tragen kann, ist diese Wolle oft zu rauh.

Hier kommen nun die Ziegen ins Spiel. Die Angoraziegen haben ein wunderbar feines und seidig glänzendes Haar, das sogenannte Mohair. Diese Faser eignet sich sehr gut für edle Textilien. Das Haar der älteren Tiere ist grober und eignet sich mit seiner enormen Strapazierfähigkeit ausgezeichnet für Möbelbezüge und Teppiche. Damit ist das Mohair eine sehr vielseitige Faser zum Stricken, aber auch besonders zum Weben. Das Haar der Kaschmirziegen ist noch feiner als das Mohair, aber der Ertrag pro Tier ist sehr gering, nur ca. 150-300 g pro Tier und Jahr können gewonnen werden. Die Kreuzung von Angora- und Kaschmirziegen ergibt die sogenannen Cashgoraziegen. Das Haar dieser Ziegen ist i.d.R. feiner als reines Mohair und etwas grober als reines Kaschmir und der Ertrag pro Tier ist deutlich höher als bei Kaschmirziegen.

Unsere Ideen von gesunden Textilien und glücklichen Tieren möchten wir gerne mit vielen Menschen teilen und wollen deshalb verschiedene Kurse zur Wollverarbeitung anbieten. Zunächst sind Spinnkurse mit Handspindel und Spinnrad für Menschen aus unserer Umgebung geplant.